23.01.2012




Der Freitag bleibt ein Wittorf-Freund

Auf die Heimstärke des Neumünsteraner Handball-Oberligisten zum Wochenendeinklang ist Verlass / „Bären“ klettern auf den sechsten Platz

Neumünster

Mit ihrem 35:31 (18:11)-Heimsieg gegen die HSG Schülp/Westerrönfeld stellten die Männer der SG Wittorf/FTN wieder einmal unter Beweis, dass ihnen die Freitagabend-Heimspiele in der Handball-Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein in der heimischen KSV-Halle sehr liegen. Denn es war inzwischen der fünfte Sieg an einem Freitagabend.

Damit hält Wift nicht nur den Anschluss an das Mittelfeld, sondern verbesserte sich sogar auf Rang 6 und kann somit etwas entspannter an die kommenden Aufgaben herangehen. „Das war eine überzeugende Leistung. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Mannschaft meine Anweisungen umgesetzt hat“, strahlte Wift-Trainer Ralph Jürgensen.

Insbesondere in der Abwehr traten die „Bären“ sehr couragiert auf. Zwar konnten die Gäste in der ersten Minute der Partie den ersten Treffer markieren, dann dauerte es jedoch weitere fünf Minuten, bevor der nächste folgte. Anders ging es auf der offensiven Seite der Gastgeber zu: Simon Plähn eröffnete das Schützenfest der ersten Halbzeit, Jörg Tomaschewski und Lars Bente erhöhten im Anschluss und ließen es gleich drei Mal hintereinander innerhalb von 90 Sekunden im gegnerischen Kasten klingeln.

Bereits in der neunten Minute sah sich HSG-Coach Gunnar Kociok gezwungen, die Grüne Karte auf den Tisch zu legen – sein Team lag zu diesem Zeitpunkt mit 2:6 in Rückstand. Schülps Haupttorschütze Jens-Christian Woldt saß derweil auf der Bank und hatte große Mühe, sein Unverständnis über das Geschehen auf dem Spielfeld zu verbergen.


Unerbittlich: Christopher Cohrt (Nr. 11) von der HSG Schülp/Westerrönfeld „bearbeitet“ Wifts Simon Plähn.
Foto: Koopmann

Doch die Einheimischen ließen sich durch das Time-Out der Gäste nicht aus dem Takt bringen. Kociok brachte den ehemaligen Wittorfer Spieler Nicci-David Jüschke aufs Feld. Der kannte den einen oder anderen Spielzug noch aus alten Tagen und reagierte entsprechend schnell. Aber auch diese Maßnahme konnte die „Bären“ nicht stoppen. Über das 11:6 (20.) per Siebenmeter von Lars Bente und das 14:8 (23.), das von Jörg Tomaschewski nach einem regelrechten Spaziergang am Kreis erzielt wurde, zog die SG Wittorf/FTN bis zur Pause auf 18:11 davon.

Plähn eröffnete auch in der zweiten Hälfte den Torreigen für Wift, Christian Aust schloss sich dem gleich an und erhöhte auf 20:11. In der 39. Minute stellte Christian Gau mit dem Treffer zum 24:14 gar den ersten Zehn-Tore-Abstand her. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen, die Bank der Gäste hingegen der Verzweiflung nahe.


Synchronhandball in der KSV-Halle: Matthias Sellmer (rechts) von der SG Wittorf/FTN und Jens-Christian Woldt (HSG Schülp/Westerrönfeld) legen sich hier mächtig ins Zeug.
Foto: Koopmann

Bis zur 45. Minute wirkten die Neumünsteraner völlig souverän und sicher, ehe sich trotz zahlreicher Auswechslungen ein Kräfteverschleiß bemerkbar machte. „In der letzten Phase fehlte die Spannung, man merkte schon einen Unterschied zu vorher. Da wollte auch noch mal jeder draufwerfen, und es gab einige überhastete Abschlüsse“, erkannte auch Wift-Coach Jürgensen. Schülp/Westerrönfeld nutzte die kleine Schwächephase und auch die Umstellung im Tor von Thimo Gabriel auf Marco Göttsche und kämpfte sich langsam heran.

Beim 30:25 (51.) nahm Jürgensen daher eine Auszeit und gab noch einmal finale Anweisungen. Prompt zogen die „Bären“ wieder auf 33:26 (55.) davon. Doch die Gäste steckten noch nicht auf, verkürzten weiter und schöpften beim Stand von 30:33 (58.) aus ihrer Sicht noch einmal Hoffnung. Diese machte Helge Rahn mit dem Mut zur Lücke zunichte, als er mit einem Unterarmwurf auf 34:30 exakt 70 Sekunden vor Schluss erhöhte. Die noch folgenden Treffer bis zum 35:31- Endstand gingen bereits im Jubel der Wift-Fan-Gemeinde unter.

„Wie gesagt: Ich bin recht zufrieden, obwohl man das mit 20 Gegentoren in einer Halbzeit vielleicht nicht sein sollte. Zudem haben wir uns diesen Sieg teuer erkauft. Denn Oliver Klenz hat sich einen Mittelhandbruch zugezogen und wird uns daher einige Zeit fehlen“, erkannte Jürgensen noch ein Haar in der Suppe.

SG Wittorf/FTN (Tore in Klammern): Gabriel, Göttsche - Sellmer (1), Kretschmer (3/davon 1 Siebenmeter), Steffen, Maxhera (1), Klenz, Rahn (5), Gau (2), Aust (1), Reimann (1), Plähn (8), Bente (8/6), Tomaschewski (5).
Schiedsrichter: Baganz/Donat (Niendorfer TSV).
Zuschauer: 300.
Nächster Gegner: SG Flensburg-Handewitt II (A/Sonnabend, 19.30 Uhr/Wikinghalle Handewitt).

Ilona Koopmann


„Jetzt muss ich erst einmal drei Wochen pausieren“


Oliver Klenz
Foto: Koopmann


Neumünster

Abwehrstratege Oliver Klenz zog sich in der Handball-Oberligapartie zwischen seiner SG Wittorf/FTN und Schülp/Westerrönfeld einen Mittelhandbruch zu und musste im Krankenhaus behandelt werden, während sein Team in der KSV-Halle mit dem 35:31-Erfolg wichtige Punkte einsackte. Der Courier unterhielt sich mit dem „Oliver Roggisch der SG Wift“.

Wie und wann ist es zur Verletzung an der linken Hand gekommen?

Klenz: Das ist bei einer Abwehraktion passiert. Ich dachte zunächst, mein Ringfinger wäre auskugelt, habe dann aber gemerkt, dass es doch etwas anderes sein musste. Im Krankenhaus wurde ich über den Halbzeitstand und das Endergebnis informiert. Jetzt muss ich mindestens drei Wochen pausieren.

Inzwischen haben Sie ja einiges über den Spielverlauf erfahren. Hätten Sie damit gerechnet, dass zwischenzeitlich sogar eine Zehn-Tore-Führung für ihre Mannschaft möglich war?

Klenz: Ich hatte bis zu meinem Ausfall in der 17. Minute gedacht, dass wir die HSG Schülp/Westerrönfeld fest im Sack haben. Trotz meiner Abwesenheit war ich auch die ganze Zeit davon überzeugt, dass wir das Ding machen – ohne all zu große Schwierigkeiten.

Dies war jetzt das fünfte Freitagabend-Heimspiel, das die SG Wittorf/FTN gewonnen hat. Was ist an diesem Spieltag anders als am Sonnabend oder Sonntag?

Klenz: Vielleicht ist der Abstand zum letzten Training, das wir ja immer am Donnerstag haben, einfach kürzer, und wir können das spezifische Training noch besser umsetzen. Dazu kommt, dass unsere Heimspiele immer etwas Besonderes sind.

iko